Nachlese zum Neckar Open: Neckarwelle, Tourismus, Popkultur und Artenvielfalt

12.4. 2018. Neckar Open auf dem Schiff – von Cannstatt nach Ludwigsburg

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Petra Hille, Vorsitzende des Neckarguides e.V. heißt die Gäste an Bord willkommen

Auf dem Programm stand dieses Mal der Neckar-Tourismus, Fragen zum Insektensterben und die Vorstellung des Projekts „Neckarwelle“ über das Wellenreiten am Neckar zu informieren.

„Touristisch birgt der Neckar großes Potential“

Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Baden-Württemberg, eröffnete die Reihe an Kurzvorträgen.  Eine Bildschirmpräsentation war für Braun nicht nötig, denn das Ausflugsschiff fuhr am May-Eyth –See und den Weinbergen am Cannstatter Zuckerberg entlang – ideale Kulisse für den Kurzzeittourismus, und für Fernradler, die quer durch Deutschland die Flüsse entlang fahren.

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Die Referenten an Bord der „Wilhelma“: Dr. Volker Sellmeier, Uli Ostarhild, Ingmar Volkmann, Andreas Braun, Dr. Andre Baumann

Der oberste Tourismus-Manager des Landes ist skeptisch, ob das Potential, das ein großer Fluss auch touristisch bietet, von den Stuttgartern und Ludwigsburgern erkannt wird. Braun zählt Namen auf: Städte wie Venedig, Wien, Manhattan, oder Düsseldorf setzen auch touristisch auf den Faktor Lebensgefühl am Fluss – und profitieren davon.

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Andreas Braun sieht am Neckar Potentiale für die Freizeitgestaltung und nachhaltigen Tourismus

Wir können alles – auch Surfen

Volker Sellmeier vom Verein Neckarwelle e.V. grüßt mit dem Hawaii-Gruß „Aloah“ in die Runde des Neckar Open.  In kurzer Zeit konnte der Stuttgarter Verein 200 Mitglieder gewinnen. Günstige Voraussetzungen für Wellenreiter gibt es in Untertürkheim. In einem Kanal, der nicht von Schiffen befahren wird, soll eine künstliche Surfwelle entstehen.

Obwohl die Neckarwelle einen Hauch Strandleben und Hawaii versprüht, zeigen die technischen Zeichnungen, die Volker Sellmeier zeigt, welch ausgefeilte Technik nötig ist, um diesen Wunsch zu realisieren.

Der promovierte Maschinenbauingenieur Sellmeier nennt die physikalischen und technischen Herausforderungen, die zu bewältigen sind, wie beispielsweise die verschiedenen Strömungsgeschwindigkeiten, die Breite und Höhenregulierung des Wehrs.

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Volker Sellmeier überzeugt mit dem Konzept „Neckarwelle“

Insektenstreben mehr und mehr ein Thema

Der dritte Beitrag des Abends widmete sich der Artenvielfalt. „Der Rückgang der Wildbienen, Bienen, und Tagfalter ist in vielen Untersuchungen belegt worden“, so Dr. Andre Baumann. Der studierte Biologe Baumann ist in Heidelberg am Neckar geboren und war lange Jahre Landesvorsitzender des Naturschutzbundes NABU, bevor er als Staatsekretär in das Umweltministerium berufen wurde.

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Dr. Andre Baumann erklärt die Gründe des Insektenstrebens. Auch in den Weinberglandschaft iost das ein Problem.

„In den Steillagen ist ökologischer Weinbau sehr aufwändig, aber durchaus möglich“, appellierte Baumann, der die Vielfalt der Insekten durch monotone Pflanzenbestände und durch den Einsatz von Pestiziden bedroht sieht.

Popkultur am Neckar

Kulturell wurden die Kurzvorträge, die wieder im engen Zehn-Minuten-Takt gehalten wurden, vom Stuttgarter Autor und Szene-Kenner Ingmar Volkmann mit Beiträgen zur Pop-Kultur am Neckar begleitet. Beispiele wie der neue Neckarstrand mitten in Heidelberg, die Neckarwelle oder Ideen wie ein Badeschiff mit Partyzone beim Leuze-Bad zeigen, dass am Neckar künftig mehr Leben zu erwarten ist.

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Die Neckarschwimmer kamen in Poppenweiler kurz an Bord. Martin Tschepe mit Uli Ostarhild und Neckar-Käpt´n Wolfgang Thie.